Deals

Mit Joost.com legal online Fernsehen

Joost’s P2P-Videoservice war eine ziemlich clevere Idee, als er herausgebracht wurde. Videos wurden nicht auf der Joost Website gezeigt, der Nutzer lud sich stattdessen eine spezielle Software von Joost herunter und schaute damit die Videos direkt auf seinem PC.

Joost
Quelle: joost.com

Dadurch musste Joost keine Servergebühren entrichten. Außerdem musste sich Joost.com auch keine Sorgen wegen überlasteter Server, machen, da die Nutzer die Videos automatisch untereinander weiter gaben. Aber Joost.com setzte auf’s falsche Pferd. Websites wie YouTube oder Hulu, die Videos auf Flash-Basis zeigen, setzten sich durch. Für den Nutzer bedeutet das, dass Videos verlinkt oder auf eigenen Websites eingebaut werden können. Der Nutzen war offensichtlich.

Im September bot Joost.com seinen Nutzern dann endlich auch einen webbasierten Videodienst an. Für internationale Nutzer von Joost stand diese Option aber nicht zur Verfügung, wohl auch um Serverkosten einsparen zu können. Man hoffte auch darauf, dass US-Nutzer weiterhin die Joost Software nutzen würden. Vorige Woche wurde bekanntgegeben, dass diese Software nicht mehr angeboten wird.

Bezahlte Umfragen

Es ist nicht sicher, ob der Online Service unter Joost.com mit erfolgreicheren Seiten wie Hulu konkurrieren kann, da Joost nichts Einzigartiges anbietet. Joost.com nahm 2005 45 Millionen Dollar ein. Wieviel davon übrig ist, weiss man nicht. Falls Joost.com erfolgreich bleiben will, muss es sich etwas Radikales einfallen lassen. Das Online Video Portal bereitet sich darauf vor, seine Produktpalette zu erweitern und Videos mit besserer Bildqualität, sowie neue HD-Formate anzubieten. Ergänzend dazu, möchte man white-lable-Produkte mit ins Programm aufnehmen, um so neue Einnahmequellen zu erschließen sagte Jason Gaedtke, Technischer Direktor bei Joost.com.

In einem Interview räumte Gaedtke ein, dass vor einer möglichen Realisierung noch wichtige Strukturveränderungen erforderlich seien. So plane man Prozessoptimierungen in den Bereichen Produktmanagement und Distribution, durch Ausgliederung bestimmter Firmenbereiche auf Fremdfirmen. Eine erste solche Kooperationsvereinbarung wurde bereits letzten Monat mit der Video-Management-Firma Ooyala Inc. beschlossen. Outsourcing allein, senke zwar nicht die Kosten aber es setze technische Kapazitäten frei, die dann für eine intensive Arbeit in den Kernbereichen des Unternehmens genutzt werden könnten, so Gaedtke.

Das Fernsehen und Pay-TV werden durch Ihre Angebote von Gesamtpaketen „Fernsehen + Video“ zunehmend interessant für die Medienfirmen und stellen so, einen neuen Mitbewerber dar. „Die Medienfirmen geben die Richtung vor. Wir müssen einen Weg finden auf den Zug mit auf zuspringen“ sagte Gaedtke. Er sehe das Potential der Zukunft für die Firma Joost darin, die bereits ausgebauten Infrastrukturen und Techniken dahingehend zu nutzen, den Medienfirmen aktive Unterstützung bei der Distribution und Bekanntmachung Ihrer Seiten anzubieten. Deren Produkte wären dann als „white-lable-Produkte“ bei Joost.com erhältlich. Mit „TOM Online“wurde das erste Gemeinschaftsprojekt bereits realisiert.

Deine Meinung

1 Kommentar
Plando | 13. Mrz 2010, 22:41
1 Punkte  Add rating Subtract rating

Es war ein geschickter, sogar etwas überfälliger Schritt von Joost, ihren Online Video Service von einer eigenständigen Software in einen Internetservice, der lediglich einen Browser Plugin benötigt, umzuwandeln. Zwar braucht man einen Download, aber für jemanden, der mit den üblichen Webprogrammen arbeitet, kein Problem.

Die Internet-Version war berüchtigt für ihre Broswer crashing was aber bei einem Beta Produkt wohl nicht zu ändern ist. Marc Rock von der Video Platform Milicent meint, dass der Plugin eine starke Verbesserung zu dem Vorgängermodell sei, dennoch habe er einige seltsame Funktionsweisen.

Internet Plugins wurden einfach deshalb entwickelt, um die Funktionen der Browser zu erhöhen, z.B. Quicktime um einen Film abzuspielen oder Acrobat für eine PDF-Datei.

Die Joost Version ist ein anderes paar Schuhe. Besonders die Tatsache, dass sie weiterarbeitet, wenn der Browser selbst überhaupt nicht läuft, erinnert eher an das Verhalten eines bösartigen Trojaners.

Joost benötigt diesen Plugin, weil es die Peer to Peer Funktion, ermöglicht. Solange Joost benutzt wird, hat er kein Problem, aber er hat dann ein Problem, wenn der Browser nicht geöffnet ist. Man kann den Plugin ausschalten, aber sobald man zurück zu Joost geht, schaltet er sich ungesehen wieder ein. Der Plugin nutzt ca. 10 % des Hauptprozessors, selbst wenn der Browser nicht geöffnet ist.

Natürlich habe ich das verdammte Ding ausgestöpselt. Ziemlich blöd für Joost ist, zu diesem sehr wichtigen Zeitpunkt ihres Geschäftsmodells.

Beliebte Beiträge

*Preise können sich seit der letzten Aktualisierung erhöht haben. Alle Preise inkl. MwSt.