Preise für Games-on-Demand Service OnLive veröffentlicht

Nachdem der Cloud Gaming Service OnLive kürzlich erste Daten zu den Preisen verraten hat, kommen neue Zweifel am Geschäftsmodell auf. Bei einer Grundgebühr von 15 Dollar nur für den Zugang müssen die Spiele selbst sehr günstig angeboten werden, wenn OnLive für Spieler attraktiv sein soll.

Letzte Woche hat der Online-Gaming-Anbieter OnLive auf der Game Developers Conference in San Francisco die ersten Details seines Preismodells verraten. Wenn OnLive direkt nach der Spielemesse E3 Mitte Juni in den USA startet, sollen die Abonnenten jeden Monat 15 Dollar für den Zugang zur Plattform bezahlen. Die Kosten für die Spiele sind da aber noch nicht mit enthalten.

Wie genau die Preise bei OnLive aussehen werden, ist noch nicht bekannt, aber um preislich mit klassischen PC- und Konsolenspielen überhaupt mithalten zu können, darf ein Spiel nicht viel kosten. Das kann man sich leicht selbst ausrechnen. Da Euro-Preise noch nicht bekannt sind, rechnen wir heute an komplett in Dollar. Gehen wir einmal davon aus, dass sich ein Spieler alle fünf Jahre eine neue Spielkonsole kauft und dafür 300 Dollar ausgibt. Auf fünf Jahre (60 Monate) verteilt macht das 5 Dollar monatlich.

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Quelle: onlive.com

Nehmen wir weiter an, ein Spieler kauft sich alle zwei Monate ein neues Game für 60 Dollar. Das ist großzügig gerechnet, wenn man bedenkt, dass die Besitzer einer aktuellen Spielkonsole nach zwei Jahren im Schnitt erst sechs Spiele gekauft haben. 60 Dollar alle zwei Monate bedeuten 30 Dollar für einen Monat, was zusammen mit dem Anteil für den Kaufpreis der Konsole 35 Dollar monatlich ergibt.

Ein Spiel auf OnLive darf also allenfalls 40 Dollar kosten, damit ein Spieler nicht deutlich mehr ausgibt, als wenn er weiterhin auf einer Konsole spielt und dafür alle zwei Monate ein Spiel kauft. Vielleicht lassen sich die Spielefirmen darauf ein, denn sie sparen ja nicht nur Kosten bei Herstellung und Vertrieb, sondern behalten mehr Kontrolle über ihre Spiele, wenn diese auf den Serverfarmen von OnLive laufen, wo sie nicht illegal kopiert werden können.

Ob sich die Spieler darauf einlassen, ist aber ungewiss. Sofort jeden Titel kaufen und spielen zu können, ohne das Haus verlassen und später vielleicht noch am PC das Spiel installieren zu müssen etc., ist bequem. Nicht an einen Computer gebunden zu sein, sondern den OnLive Account von jedem Computer aus nutzen zu können, ist interessant. Spiele mit Freunden zu tauschen, sie auszuleihen und später privat weiterzuverkaufen, dürfte aber der Vergangenheit angehören. Werden Spieler diese Nachteile in Kauf nehmen, wenn sie nicht wenigstens spürbar Geld sparen?

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