Trends 2011: Online Musik-Streams ersetzen Download von Musik-Songs

Streamings ersetzen zunehmend den Download von Musikdateien. Zu diesem Erkenntnis ist eine Studie des Marktforschungsunternehmens Nielsen Soundscan gelangt. Die Musikindustrie wird das nicht wirklich freuen: Denn auch bezahlte Downloads dürften damit immer mehr zurückgehen.

Für die Studie wurden in 53 Ländern 26.000 Menschen befragt. Dabei kam heraus, dass die Zahlungsbereitschaft für Musikdownloads im Internet generell sehr niedrig ist. So haben von den Befragten nur 17 Prozent in den vergangenen drei Monaten Geld für einen Song bezahlt, den sie aus dem Internet geladen hatten. Für Alben-Downloads haben im selben Zeitraum gerade mal 10 Prozent der Umfrageteilnehmer zu einem bezahlten Downloads hinreichen lassen.

Lastfm Musikstream

Quelle: lastfm.de

Beim Streaming waren die Zahlen deutlich besser. Immerhin 26 Prozent der Befragten haben in den vergangenen drei Monaten per Streaming Musik auf ihrem PC gehört. Dazu kamen noch einmal 21 Prozent, die ihr Handy für Musikstreams nutzten. Daraus folgerten die Marktforscher von Nielsen: Streamings sind gerade dabei den Downloads den Rang abzulaufen.

Dabei waren gerade die bezahlten Downloads, die in den letzten Jahren stetig zugenommen haben, die große Hoffnung der Musikbranche. Sie sollten die riesigen Umsatzeinbußen, die es seit Beginn des Online-Zeitalters bei CDs gibt, wenigstens teilweise wieder kompensieren.

Bezahlte Umfragen

Nun stellt sich die Frage, ob die Internet-Nutzer der Zukunft bereit sind, auch für Streaming-Angebote Geld auszugeben. Dass sich hier eine neue Goldgrube für die Musikindustrie auftut, ist jedenfalls mehr als fraglich. In der Studie gaben gerade mal 18 Prozent der Umfrageteilnehmer an, für Streaming-Angebote Geld bezahlen zu wollen.

Wahrscheinlich ist eher, dass umfangreiche kostenlose Streaming-Angebote letzten Endes auch dem illegalen Download von Musikdateien zugute kommt. Die Streaming-Portale ermöglichen schließlich ein komfortables Reinhören in Songs, die dann womöglich woanders geklaut werden. Die Umfrageergebnisse werden den Musikbossen jedenfalls wenig Hoffnung machen: 55 Prozent aller Befragten gaben an, kein Geld für Musikdownloads bezahlen zu wollen.

Quelle: gulli.de

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