Warner Music: Gratis Online-Musikdienste bekommen Keine Lizenzen mehr

Kostenlose, durch Werbung finanzierte Streamingangebote für Musik wie Last.fm oder deezer.com bekommen Probleme. Warner Music will keine Lizenzen mehr erteilen. Unterstützt werden nur noch Bezahlangebote.

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Quelle: Deezer.com

Gratis Online-Musikdienste wie Last.fm, Spotify, Deezer und Pandora gehören zu den Branchen-Größen. Die Anbieter stellen ihren Usern Musik Streams kostenlos zur Verfügung und spielen zwischendurch ähnlich wie bei traditionellen Radiosendern Werbespots. Um die Musik anbieten zu dürfen, zahlen die Streamingdienste an die Musiklabels Gebühren.

Diese Gebühren sind Warner Music, der Nummer drei unter den vier großen Musikkonzernen, zu niedrig. Der CEO von Warner Music, Edgar Bronfman, Jr., sagte gegenüber der BBC, dass keine Lizenzen mehr vergeben werden. Den Hörern die Musik gratis anzubieten und darauf zu setzen, dass manche Hörer ein kostenpflichtiges Premium-Angebot buchen oder auf eine Werbeanzeige klicken, ist kein Geschäftsmodell, dass Warner in Zukunft unterstützen wird.

Bezahlte Umfragen

Stattdessen wird man sich bei Warner Music darauf konzentrieren, kostenpflichtigen Musikangeboten Nutzungslizenzen zu geben. Von kostenpflichtigen Musikabodiensten und von Download Shops bekommt Warner Music mehr Geld für die Musiknutzung.

Noch ist nicht klar, ob laufende Verträge vom Strategiewechsel des Musikkonzerns betroffen sind, oder ob nur keine neuen Verträge geschlossen werden. In jedem Fall ist es ein großer Rückschlag für viele Gratis-Online-Musikdienste, wenn sie ihren Usern keine Songs von Künstlern wie Jay-Z, T-Pain, Green Day, Linkin Park, Seal und Oasis anbieten dürfen.

Anders sieht man das Thema bei Universal Music, dem größten Musikkonzern der Welt. Abrufdienste wie Spotify können ein nachhaltiges Geschäftsmodell vorweisen, sagte Rob Wells, ein Manager bei Universal Music, letzten Monat gegenüber BBC News.

Mark Mulligan von der Marktforschungsfirma Forrester Research hält den Rückzieher von Warner Music zwar für falsch, betrachtet das Thema im Firmenblog aber differenziert. Kostenpflichtige Abodienste hält er für eine wichtige Säule im zukünftigen Geschäft der Musikfirmen, aber noch zeigen sich nur wenige Nutzer bereit, Geld dafür auszugeben.

Premium-Modelle bei ansonsten kostenlosen Streamingdiensten hält Mark Mulligan ebenfalls grundsätzlich für vielversprechend. Er meint, dass eine Gesamtstrategie gebraucht wird, die die verschiedenen Arten von Diensten alle einschließt.

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