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Wikileaks: Japan wusste um mangelndem Erdbebenschutz des Fukushima Atomreaktor

Bereits vor zwei Jahren warnte die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) die japanische Regierung vor den Auswirkungen von Erdbeben jenseits der Stärke 7.0. auf die Sicherheit von Atomkraftwerken. Das geht aus einem Cable von Wikileaks hervor, der jetzt von der britischen Zeitung Daily Telegraph veröffentlicht wurde.

Wikileaks veröffentlichte eine diplomatische Depesche aus dem Dezember 2008, die im Rahmen eines Treffens der internationalen Atom-Experten der G8 Nuclear Safety and Security Group (NSSG) in Tokio entstand. In dem Dokument, das unter anderem unter dazzlepod.com gelesen werden kann, wird in Paragraph 6 explizit auf die Gefahr von Erdbeben für Atomkraftwerke hingewiesen.

Atomkraftwerk Japan
Quelle: wikipedia.org / KEI

Der Bericht sagt aus, dass das Design der Atomkraftwerke für starke Erdbeben ein „ernsthaftes Problem“ darstellt. Dabei wurde eine Gefahr für Erdbenen jenseits der Stärke 7.0 festgestellt. Das jetzige Erdbeben hatte bekanntlich eine Stärke von 9.0. Der Bericht kritisierte außerdem die bisherigen Sicherheitsbemühungen der japanischen Regierung. So wurde angemerkt, dass die Richtlinien der japanischen AKWs vor Erdbeben in den vergangenen 35 Jahren nur dreimal überprüft wurden.

Atomkraftwerk Japan Luftansicht
Quelle: wikipedia.org / DigitalGlobe
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Der japanische Premierminister dürfte in ernsthafte Erklärungsnot kommen, warum er den Warnungen so wenig Taten folgen ließ. So wurde zwar als Folge auf den Bericht ein Notfallzentrum gebaut, die Atommeiler selber wurden aber nicht sicherer für Erdbeben gemacht.

Auch ein Wikileaks-Cable aus dem Jahr 2006 attestiert der japanischen Regierung eine sträfliche Leichtsinnigkeit bei der Einschätzung der Erbeben-Gefahr für AKWs. Aus diesem Dokument geht hervor, dass die japanische Regierung 2006 einer gerichtlichen Anordnung widersprach, die die sofortige Schließung eine Kernkraftwerkes anordnete. Das Gericht hatte die Schließung angeordnet, da Experten voraussagten, dass das Kraftwerk nur Erdbeben bis zu einer Stärke von 6,6 ohne Schäden überstehen könnte.

Atomkraftwerk Japan Luftansicht 1975
Quelle: wikipedia.org / Qurren

Ein drittes Wikileaks-Cable deutet schließlich auf eine systematische Vertuschungspolitik bei nuklearen Zwischenfällen durch die japanische Regierung hin. In diesem Dokument aus dem Jahr 2008 weist der japanische Politiker Taro Kono US-Diplomaten darauf hin, dass seine Regierung Zwischenfälle in AKWs verschweigt und sich dabei auch mit anderen Problemen von Kernkraftwerken (wie die Lagerung des atomaren Mülls) nicht ernsthaft genug auseinandersetzt.

Quellen: gulli.de, spiegel.de, telegraph.co.uk, guardian.co.uk, dazzlepod.com

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