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Sniper: Ghost Warrior (Review) im Test

„One Shot, One Kill“, so steht es auf der Cover-Rückseite des neuen Scharfschützen-Shooters „Sniper: Ghost Warrior“. Und damit übertreiben die Entwickler von City Interactive kaum, denn genau darum geht es bei diesem Spiel. Werfen wir einen kurzen Blick auf das, was die Gamer erwartet und worum es bei „Sniper: Ghost Warrior“ genau geht.

Scharfschützen liegen im Normalfall über Stunden im Dreck und warten auf die erste und meist auch einzige Möglichkeit, ihren Auftrag durchzuführen. Klingt erstmal nicht nach einem guten Thema für die Umsetzung eines Videospiels. Doch weit gefehlt, denn mit „Sniper: Ghost Warrior“ gelingt es City Interactive, einen abwechslungsreichen First-Person-Shooter auf den Markt zu bringen. Hier spielt man abwechselnd zwei Schützen einer Spezialeinheit, die im fiktiven Inselstaat Trueno die brutale Landesführung mit ebenso brutalen Mitteln zu bekämpfen versuchen.

Ballerspiel oder Taktiker-Shooter?

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Was die virtuelle Umgebung in Sniper: Ghost Warrior angeht, so haben sich die Entwickler und Publisher von City Interactive selber übertroffen. Der Spieler robbt als Scharfschütze nicht nur durch das Unterholz im Dschungel, sondern bekommt in einigen Missionen unter anderem eine Hafenanlage und die angesprochene Uranmine zu Gesicht. Grundsätzlich gestaltet sich die Spielwelt bei Sniper: Ghost Warrior abwechslungsreich, doch wiederholt sich die Vegetation in den Szenarien auch immer wieder. Die Spielwelt wirkt ausgewogen und durch den Tag- und Nachtwechsel läuft man nicht Gefahr, dass man das aktuelle Szenario bereits schon einmal gespielt hat.

Sniper: Ghost Warrior PC

Man kann sich bei  „Sniper: Ghost Warrior“ vielleicht denken, dass sich das Spiel eher für Baller-Freaks eignet, also für solche Spieler, die nur mit vollem Magazin ihr Ziel erreichen. Bei dem Taktik Shooter geht es aber auch darum, im hohen Grass zu liegen und auf den richtigen Moment zu warten, denn wer blindlings auf den Gegner zuläuft, in der Hoffnung, dass man wild um sich ballernd sein Ziel erreicht, der liegt falsch. Aber irgendwie auch wieder nicht…

Sniper und Elitesoldat

Der eigentliche Hauptcharakter bei Sniper: Ghost Warrior ist Sergeant Tyler Wells, der Scharfschütze. Mit ihm begibt sich der Spieler in das Unterholz des Dschungels. In der Hauptsache bewegt man sich in der tiefen Gangart und wartet auf den passenden Moment, um einen Schuss abzufeuern. Der zweite Protagonist ist ein Elitesoldat namens Michael Rodriguez, bei dem man das Scharfschützengewehr gegen pure Feuerkraft eintauscht. Das Problem, dass Sniper: Ghost Warrior hat, ist die fehlende Heranführung an die jeweiligen Charaktere. Es gibt keine erkennbare Hintergrundgeschichte, so dass keine wirkliche Identifikation entsteht.

Sniper: Ghost Warrior Xbox 360

Wie gesagt, der Spieler steuert zwei Kämpfer: zum einen eben den Sniper, zum anderen jedoch den Soldaten mit dem Sturmgewehr. Doch spielt der Scharfschütze eher die Hauptrolle, denn auf der Insel sollte man vorsichtig vorgehen, um nicht schon am Startpunkt entdeckt zu werden. So ist die Rolle des zweiten Mannes mehr darauf beschränkt, sich einzuschalten, wenn wirklich Not am Mann ist. Doch dieses Wechselspiel macht „Sniper: Ghost Warrior“ zu einer wirklich interessanten Interpretation des Shooter-Genres. Jedoch sollte der Spieler eines in jedem Fall mitbringen: Geduld.

Gameplay und Missionen

In Sachen Gameplay bietet Sniper: Ghost Warrior dem Spieler intensive und sehr realistische Scharfschützen-Erlebnisse. Wer denkt, man ballert sich als Sniper einfach durch das Spiel, der ist schief gewickelt. Regen, Dunkelheit, Wind und Schwerkraft gehören zu den Feinden des Scharfschützen und auch die eigene Atmung ist ausschlaggebend für den erfolgreichen Abschluss der Missionen. Hinzu kommt die Kooperation der beiden Charaktere, die für die unterschiedlichen Szenarien notwendig ist. Eine ruhige Hand bei der Steuerung kann sicherlich auch nicht schaden, denn der Realismus von Sniper: Ghost Warrior verlangt dem Spieler einiges ab.

Sniper: Ghost Warrior Fotos

Es kann, je nach Mission, schon einmal bis zu einer halben Stunde dauern, bis der Spieler den ersten Schuss in Richtung Feind abgeben kann. Das gilt jedoch nur für die Rolle des Scharfschützen. Als Elitesoldat sieht die Sache schon ganz anders aus, Nahkampf ist hier Trumpf. Jedoch wird auch hier der Spielspaß getrübt, denn die eingeschränkte Bewegungsfreiheit und die fehlerhafte Umsetzung des Deckungssystems lassen den Spieler in einigen Abschnitten dumm dastehen. Kommt die Spielfigur nicht durch enge Gassen hindurch, lässt sich zwar die Waffe hochnehmen, führt jedoch dazu, dass man selber nicht mehr so schnell schießen kann wie der Gegner.

Ego-Shooter Sniper

Sniper: Ghost Warrior bietet dem Spieler viele unterschiedliche Missionstypen. Neben den grundlegenden Scharfschützen-Duellen, verlangen Infiltrationen und Sturmangriffe höchste Konzentration. Hinzu kommt, dass immer wieder taktische Schachzüge von Nöten sind, um nicht von den Gegner-Horden überrannt zu werden. Nebenmissionen im eigentlichen Sinne gibt es bei Sniper: Ghost Warrior nicht, geht es in der Hauptsache doch darum, der Diktatur der Militärs ein Ende zu setzen. Der dynamische Ablauf der Missionen läuft in Echtzeit ab, so dass es auch schon mal vorkommen kann, dass man eine halbe Stunde fast regungslos in Position liegt und auf den passenden Moment warten muss.

Hintergrundstory: Weniger ist nicht immer mehr

Bei Sniper: Ghost Warrior wird der Spieler von der Regierung der Vereinigten Saaten auf die fiktive Insel Trueno geschickt. Dort geht es nach einem Militärputsch drunter und drüber und die neuen Machthaber regieren das Land mit harter Hand in Form einer skrupellosen Diktatur. Der Grund, warum man als Mitglied eines Spezialkommandos bei Sniper: Ghost Warrior nach Trueno geschickt wird, ist die Angst der virtuellen US-Regierung, dass die Militärs einen atomaren Anschlag planen könnten. Es gibt schließlich Beweise, dass die Putschisten eine Uranmine kontrollieren. Der Spieler übernimmt abwechselnd die Kontrolle eines Scharfschützen und eines Soldaten der Einsatzkräfte vor Ort.

Sniper: Ghost Warrior Screenshots

Wer eine spannende Hintergrundstory erwartet, wird bei „Sniper: Ghost Warrior“ leider enttäuscht. Auch das wirklich gelungene und abwechslungsreiche Missionsdesign tröstet nicht ganz über die negativen Eigenschaften hinweg. Auch das fehlende Missions-Logbuch geht einem ganz schön ab, wenn man bei der Lagebesprechung per Funk kurz mal abgelenkt ist. Checkpoints, die der Spieler ablaufen muss, verhindern, dass man sich bereits direkt zu Beginn verläuft. Eigentlich nicht schlecht, doch durch diese Wegvorgaben fällt ein weiterer negativer Aspekt auf: eine fehlerhafte Kollisionsabfrage.

Grafik und Systemanforderungen

Die Grafik bei Sniper: Ghost Warrior macht einen guten Eindruck. Die Umgebung als auch die verschiedenen Charaktere und Gegner wurden von Entwickler City Interactive ansprechend gut umgesetzt und bieten dem Spieler einiges an Abwechslung für das Auge. Die Optik stimmt also. Auch wenn es einige Spieler vielleicht an Far Cry erinnern mag, so kann man trotzdem nicht über die Darstellung meckern. Doch auch hier gibt es weniger Erfreuliches: Glitches! Hier schaut der Gewehrlauf des Gegners durch das Mauerwerk, da bleibt die Spielfigur an einem Farn hängen und man wird zum Neustart des Levels gezwungen.

Sniper: Ghost Warrior Taktik-Shooter

Was die Anforderungen für die PC-Umsetzung angeht, steht man mit einem halbwegs schnellen Rechner gut da und kann die Grafik-Optionen ganz nach oben schrauben. Eine 3,2 GHz-CPU in Verbindung mit zwei oder möglichst vier GB Arbeitsspeicher, sowie einer Grafikkarte mit mindestens 256 MB Leistung lassen Sniper: Ghost Warrior gut aussehen.

Single -und Multi-Player

Was den Multiplayer-Modus angeht, so bietet Sniper: Ghost Warrior nicht gerade viel Abwechslung. Wo andere Shooter wahre Online-Massenschlachten präsentieren, müssen sich die Spieler hier mit gerade einmal sechs Missionskarten und nur drei verschiede Spiel-Modi begnügen. Auch die maximale Spielerzahl liegt mit 12 Kriegern nicht wirklich an der höchstmöglichen Grenze. Hinzu kommt, dass beim Mehrspieler-Modus von Sniper: Ghost Warrior die Gefahr besteht, dass sich die Spieler selten zu Gesicht bekommen, denn als Sniper campt man bekanntlich eher, als das man sich per Sturmangriff auf die Gegner stürzt.

Fazit:

Als Fazit lässt sich sagen, dass „Sniper: Ghost Warrior“ trotz einiger negativer Aspekte jede Menge Spielspaß mit sich bringt. Auf Grund der beiden Charaktere bietet das Spiel Abwechslung und wer den leichten Schwierigkeitsgrad wählt, hat schon fast einen Arcade-Shooter vor sich. Dazu gibt es auch einen Mehrspieler-Modus für bis zu 12 Spieler. Da bleibt allerdings nur die Hoffnung, dass sich nicht alle für den Scharfschützen entscheiden, da sich die Spieler dann wohl nie zu Gesicht bekommen werden.

Sniper: Ghost Warrior gibt es für den PC und die Xbox 360. Besitzer einer Playstation 3 schauen also leider in die Röhre. Was die Steuerung des Taktik-Shooters angeht, empfiehlt sich allerdings sicherlich die Maus in Verbindung mit der Tastatur. Aber keine Sorgen, natürlich haben auch Xbox 360-Spieler ihre Freude an Sniper: Ghost Warrior.

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