Amazon.com erlaubt Verkauf von freien Wikipedia Artikeln

Wikipedia, die umfangreiche und kostenlose Internet Enzyklopädie, erfreut sich zu Recht großer und stetig wachsender Beliebtheit. Die Qualität der dortigen Inhalte kann mit gedruckten Lexika vielfach mithalten. Dies dachte sich auch ein deutsches Verlagshaus und verkauft, laut realtimerendering.com Wikipedia Artikel über Amazon.

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Die Artikel werden nicht einzeln verkauft, sondern als schicke gebundene Bücher, die auf den ersten Blick nicht den Eindruck erwecken, als wären sie aus dem Internet herauskopiert. Herausgeber der Werke ist eine deutsche Verlagsgruppe. Rein rechtlich ist gegen die Nutzung der Wikipedia Artikel nicht vorzugehen. Der Gedanke hinter Wikipedia hat allerdings eine solche Verwendung der Artikel sicherlich nicht beabsichtigt.

Wikipedia Verkauf

Die Verlagsgruppe bedient sich dabei einer Books on Demand Technik. Das bedeutet, die Bücher liegen nicht auf Lager, sondern werden erst gedruckt, wenn sie bestellt worden sind. Für den Verlag ergibt somit nur ein minimales finanzielles Risiko und es fällt sehr leicht viele verschiedene Bücher anzubieten. Zu finden sind sowohl fremdsprachige, als auch deutsche Angebote.

Amazon selbst ist sich des Problems zwar bewusst, unternimmt aber nichts dagegen. Aus gutem Grund: An jedem verkauften Buch verdient Amazon mit. Da interessiert es auch nicht weiter, dass die Bücher in keinster Weise korrigiert oder kontrolliert werden. So sind in den abgedruckten Artikeln auch Tippfehler sowie Steuerungszeichen aus dem Internet enthalten. Seit Bekanntwerden der Inhalte der Bücher formiert sich allerdings der Widerstand der Wikipedia User: Es hagelt negative Rezensionen und Beschwerden. Bislang erfolgte jedoch keine Reaktion, weder seitens des Verlags noch seitens Amazon. Alles nur heiße Luft?

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Autor: Gordon Bujak
Ehemaliger eBayianer, Atari-Kind und Online-Markting-Guy. Schreibt für Preisgenau.de in in den Ressorts Fernsehen und Internet.
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8 Kommentare
Amazon.com erlaubt Verkauf von freien Wikipedia Artikeln
nixloshier | 7. Apr 2010, 01:57
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was ein quatsch. exakt das, was da passiert, war von den wikipedia-machern so gedacht: freie inhalte schaffen, die in welcher form auch immer, von jedermann verbreitet und weitergenutzt werden können. so lange das ergebnis der “books-on-demand” ebenso unter GFDL / cc-by-sa stehen, gibt’s also gar nix zu meckern. und amazon wäre schön blöd, wenn es bestimmte bücher nicht vertreiben würde. da gibt’s übrigens weitaus mehr bullshit in deren programm, das vorher entfernt werden müsste.

admin | 9. Apr 2010, 00:38
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Ja, sicherlich ist es rechtlich möglich, aber es ist von einem moralischen Standpunkt aus nicht fair. Wenn man Wikipedia Artikel druckt und lediglich die Druckkosten und den Versand in Rechnung stellt, finde ich ok, aber die angeboten Bücher kosten teilweise zwischen 14 und 30 Dollar. Außerdem finde ich es respektlos den Autoren gegenüber. Wer 3 Stunden ab Tag bei der Wikipedia kostenlos schreibt, um anderen zu helfen und dann siehst das Firmen mit den eigenen Artikeln Geld machen, ist sicherlich nicht sehr erfreut darüber.

admin | 9. Apr 2010, 00:45
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Und was ich auch krass finde ist, das von den großen News Seite wie Spiegel.de, focus.de oder stern.de noch keiner über diesen Vorfall geschrieben hat. Lediglich Basicthinking.de hat das Thema aufgegriffen. Es scheint irgendwie niemanden zu interessieren.

Rainer | 9. Apr 2010, 15:44
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Und wer, bitteschön, wäre denn so blöde sich dieses Buch für 30,-$ zu bestellen, wenn er es eins zu eins imbei wikipedia umsonst haben kann?

admin | 10. Apr 2010, 14:09
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@Rainer: Guck dir doch mal die Bücher auf Amazon.com an. Also wird ist da nicht sofort klar, das es sich um Wikipedia Kopien handelt.

Marco | 19. Apr 2010, 01:11
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ich kann “nixloshier” nur zustimmen. Die Verwendung der Wikipedia Artikel ist vollkommen legitim und auch moralisch nicht bedenklich.
Warum sollte man freie (!!!) Inhalte produzieren, wenn sie nicht kommerziell genutzt werden dürfen. Dann könnte man auch gleich die kommerzielle Verwendung mit der Wahl einer anderen Lizenz einschränken…

Ich denke das Problem liegt eher darin, dass sich viele Autoren die Lizenzen selbst nicht durchlesen. Habe ähnliche Situationen auch schon bei freier Software erlebt. Da werden Programme unter der GPL veröffentlicht, man genießt die Vorzüge der GPL (z.B. Entwicklung für eine bekanntes CMS oder die Listung der Software in einem gut besuchten GPL Software Verzeichnis) und wenn dann jemand Teile des eigenen Codes wiederverwendet ist das geschrei groß…

Schlußendlich kommt die kommerzielle Verwendung der Wikipedia wohl eher zugute. Entweder weil der Bekanntheitsgrad auch bei Gelegenheitssurfern ausgebaut wird oder auch finanziell, wenn ein Teil der Erlöse aus dem Verkauf an die Wikipedia Foundation gespendet wird.

Dies ist übrigends nicht das erste Mal, dass Wikipedia in gedruckter Form herausgegeben wird. Der Bertelsmann Verlag hat dies auch schon in Angriff genommen (zeit.de/online/2008/18/wikipedia-bertelsmann). Hier meine ich mich zu erinnern, dass der Wikipedia die “Zusammenarbeit” zugute kam, indem die Bertelsmann Autoren alle Artikel prüften und ggf. auch in der online Ausgabe korrigierten.

Aljoscha Long | 1. Apr 2011, 13:46
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Ich verstehe nicht, wie jemand behaupten kann, das wäre ethisch in Ordnung.
Es ist ganz eindeutig äußerst fragwürdig: Sinnloses, unzusammenhängendes Zeug, mit Rechtschreibfehlern einfach herauskopiert.
Wenn jemand hier dann auch noch schreibt, das sei von den Wikipedia-Machern so gedacht, dann kann ich nur vermuten, dass er im Auftrag dieser dubiosen Gestalten agiert.
Ich bin zufällig auf so ein Buch gestoßen, da es meinen Namen als Titel hat. Nun gibt es über mich nur ein kleinen, völlig unbedeutenden Wikipedia-Artikel – mit Sicherheit habe ich keine Monographie verdient :-) Das heißt, dass da zufällig, computergeneriert, ein Pseudobuch mit meinem Namen als Titel existiert – ich finde das abstoßend.
Wobei ich mich schon frage, wer so dämlich ist, 35 Euro für so einen offensichtlichen Quatsch zu zahlen. Aber die Lösung ist vermutlich, dass das alles computergeneriert ist, und manche Titel nach echten Büchern klingen – da werden sich Käufer aber gewaltig ärgern.
Rechtlich mag das ja unangreifbar sein. Moralisch ist es eine Sauerei.

Antiplag | 10. Apr 2011, 14:51
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Gegenwehr! Man könnte organisieren, dass jeder einzelne Titel dieser Plagi-Reihe eine Ein-Sterne-Bewertung bei Amazon mit einem nicht zu übersehenden Hinweis “Achtung. Lediglich aus Wikipedia kopierte Artikel!” versehen. So mancher Käufer glaubt, dass es sich um ein richtiges Buch hält und fühlt sich nach Auslieferung voll verarscht.

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Geschrieben: 06.04.2010
Autor: Gordon Bujak
Tags: Amazon

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